Günther Hilgemann geht in den "politischen Ruhestand"

Günther Hilgemann geht in den "politischen Ruhestand"

Der langjährige Fraktionsvorsitzende des FDP Stadtverbandes Steinfurt gibt mit Vollendung des 70. Lebensjahres sein Ratsmandat zurück.

"... aufhören, wenn es am besten schmeckt..."

 

Steinfurt, den 24.01.2017

Als sich im September 2014 nach den Kommunalwahlen die neue FDP-Fraktion bildete, habe ich im Vertrauen mit meinem langjährigen Fraktionskollegen Franz Kohne über meine politische Zukunft gesprochen. Dabei stellte ich in Aussicht, mit Vollendung des 70. Lebensjahres meine politische Laufbahn zu beenden. Damit ist auch die Rückgabe meines Ratsmandates verbunden.

Im Jahr 1999 bin ich zu den Liberalen gestoßen, nachdem ich zuvor fast 27 Jahre dem Vorstand des Heimatvereins Burgsteinfurt angehört habe. Meine Vision war es, die in der Tätigkeit als 2. und 1. Vorsitzender gewonnenen Erfahrungen weiter für das Wohl meiner Heimatstadt einzubringen. Da schon seinerzeit die Verbindungen auch zu den Heimatfreunden im Ortsteil Borghorst sehr intensiv waren, bezieht sich der Begriff Heimatstadt selbstverständlich auf unser Steinfurt.

Schon in den ersten Jahren der Fraktionszugehörigkeit erlebte ich eine äußerst harmonische Zusammenarbeit, geprägt von gegenseitiger Achtung, Wertschätzung und hoher Diskussionskultur. Mit der Übertragung eines Ratsmandates im Jahr 2004 begann ein weiterer, intensiverer Abschnitt in der politischen Arbeit. 2009 wurde mir erneut ein Ratsmandat übertragen. Zum ersten Mal in der Geschichte waren sieben liberale Mitstreiter in das Stadtparlament eingezogen. Ich habe es als Vertrauensbeweis empfunden, dass die Fraktion mir 2009 den Vorsitz angeboten hat.

In diesen sehr intensiv erlebten Jahren konnte ich unwiederbringliche Erfahrungen im sachlichen und menschlichen Bereich sammeln. Ich gehe nicht zu weit, wenn ich resümiere, dass unsere gemeinsame politische Arbeit zum Wohle unserer Stadt beigetragen hat. Es ist hier nicht der Ort, einzelne Themen oder Ergebnisse aufzuzählen. Aber die erfolgreiche Wahl unserer früheren Fraktionskollegin Claudia Bögel-Hoyer zur Steinfurter Bürgermeisterin soll hier doch ausdrücklich erwähnt werden. Der ausdrückliche Wille und die grenzenlose Bereitschaft aller liberalen Mitstreiter haben zu diesem Erfolg beigetragen.

Für mich galt immer das schon von meinen Großeltern betonte Motto: Man soll aufhören, wenn es am besten schmeckt. Schon im Heimatverein hat sich diese Lebenserfahrung bewährt.

Nach nunmehr fast 18 Jahren auf der kommunalpolitischen Bühne heißt es Abschied nehmen. Die „70“ sind ein Argument, das keiner weiteren Rechtfertigung bedarf. Ich wünsche der liberalen Familie, wie ich meine Fraktionsfreunde immer gerne nenne, dass der Mut und der Wille, politische Entscheidungen mitzugestalten, niemals erlahmen mögen. Meinem Nachfolger sowohl im Ratsmandat als auch im Fraktionsvorsitz wünsche ich diplomatisch geprägtes Durchsetzungsvermögen, Über- und Weitsicht sowie den absoluten Willen zur politischen Gestaltung.

Ich bedanke mich bei allen Frauen und Männern, die mir in den Jahren der politischen Tätigkeit begegnet sind. Ich darf zum Schluss sagen: Ich habe vor jedem von Euch/Ihnen große Hochachtung.

Günther Hilgemann